6. Umwelt, Natur und Wassersport
Der Bodensee als größter Trinkwasserspeicher Europas, die Bodenseelandschaft und Oberschwaben als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten haben überragende ökologische Bedeutung.
Die Bevölkerung im Bodenseeraum und Oberschwaben wächst schneller als im Landesdurchschnitt und die Belastung durch Bevölkerungsdichte und Siedlungsdruck nimmt zu. Dies ist die Folge der landschaftlich und kulturell attraktiven Region. Auch der Drang zu einem Zweitwohnsitz in Bodenseenähe ist zu beobachten. Gemeinden, die eine Zweitwohnungssteuer erheben, sollten Berufstätige und Studenten von dieser Zusatzbelastung befreien.
Die ökologischen Belastungen durch eine weitere Erhöhung der Bevölkerungs- und Verkehrsdichtedichte sind Probleme die liberale Kommunalpolitiker beachten und in den betroffenen Gemeinden mit wirksamen Maßnahmen dringen müssen. Die Landesregierung und untergeordnete Behörden müssen ständig überprüfen, welche Belastungen durch die dichterwerdende Besiedlung im Bodenseeraum entstehen.
Maßnahmen zum Schutz und zur Freihaltung der unbebauten Uferzonen müssen weitergeführt werden (Ufer, Flachwasserzonen und Schilfprogramm).
Das Umweltprogramm der Landesregierung für den Bodensee ist unter dem Aspekt eines gesamtheitlichen Umweltschutzes weiterzuführen.
Die führende Stellung des Bodenseeraums im Bereich der Abwasseraufbereitung mit 223 modernen Kläranlagen im gesamten Einzugsgebiet muss erhalten und bei Bedarf ausgebaut werden. Es darf keine Ausnahmegenehmigung für Einleitungen geben, deren Abwasser nicht ausreichend geklärt ist
Die Liberalen Bodensee-Oberschwabens wenden sich gegen die Vorverurteilung des Wassersports. Die meisten Wassersportler lieben den See und sind an einem Wassersport mit ordnenden Elementen zum Schutz des Sees interessiert.
Die Umweltbelastungen durch den Bootsverkehr sind in Zahl und Umfang umstritten. Die Zahl der Schiffe auf dem Bodensee ist seit 1990 weitgehend konstant geblieben. Eine positive Entwicklung ist insofern zu verzeichnen, als die als besonders gewässertoxisch bekannten 2-Takt-Ottomotoren zunehmend verschwinden. Seit Einführung der Abgasgrenzwerte für Bootsmotoren im Jahr 1993 hat ihr Anteil um rund 11.000 Motoren auf jetzt noch rund 4.200 Motoren abgenommen.
Die vorhandenen Liegeplätze sollen nicht mehr vermehrt werden. Mit den Anrainerstaaten muss im Rahmen der internationalen Bodenseekonferenz eine abgestimmte Konzeption für Hafenanlagen erarbeitet werden. Der Bau von Hafenanlagen soll nach einem Ordnungsprinzip (Parkplätze, Entsorgungsanlagen) erfolgen.

